Der Begriff „E-Rechnung“ bezeichnet nicht jede digital versendete Rechnung, sondern ausschließlich strukturierte, elektronisch verarbeitbare Datensätze. Grundlage ist die europäische Norm EN 16931, die Anforderungen an Inhalte und Datenstruktur definiert.
In Deutschland sind insbesondere zwei Formate relevant:
Rein strukturiertes XML-Format ohne visuelle Darstellung, insbesondere für Rechnungen an öffentliche Auftraggeber.
Hybrides Format aus visuell lesbarem PDF und eingebetteten XML-Daten, besonders für den Rechnungsaustausch zwischen Unternehmen.
ZIELGRUPPEN
Die Einführung der E-Rechnungspflicht in Deutschland erfolgt gestaffelt. Für Unternehmen ergeben sich daraus unterschiedliche Zeitpunkte für Empfang und Versand:
Alle inländischen Unternehmen müssen strukturierte E-Rechnungen im B2B-Bereich empfangen, verarbeiten und revisionssicher archivieren können. Diese Pflicht betrifft sämtliche Branchen und Unternehmensgrößen.
Unternehmen mit einem Vorjahresumsatz von mehr als 800.000 Euro sind verpflichtet, E-Rechnungen aktiv zu erstellen und zu versenden.
Die Versandpflicht gilt für alle Unternehmen, unabhängig von Umsatz oder Größe. Gesetzliche Ausnahmen bleiben jedoch bestehen.
Die gesetzlichen Vorgaben unterscheiden sich von der deutschen Regelung. Für Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen in der DACH-Region ist daher eine differenzierte Betrachtung erforderlich.
Für Rechnungen an österreichische Bundesdienststellen besteht bereits seit 2014 eine Pflicht zur elektronischen Rechnungsstellung. Im B2B- und B2C-Bereich besteht derzeit keine allgemeine gesetzliche E-Rechnungspflicht.
Für Lieferanten der Schweizer Bundesverwaltung besteht bei einem Vertragswert von mehr als 5.000 CHF eine Pflicht zur elektronischen Rechnungsstellung. Im B2B- und B2C-Bereich besteht derzeit keine allgemeine gesetzliche E-Rechnungspflicht.
DEFINITION
ANWENDUNGSFÄLLE
E-Rechnungsprozesse lassen sich zwar auch über isolierte Einzellösungen abbilden, ihre volle Wirkung entfalten sie jedoch erst als integrierter Bestandteil des ERP-Systems. Drei Gründe sprechen dafür:
Rechnungsdaten werden direkt aus den zentral gepflegten Stammdaten des ERP-Systems übernommen. Das reduziert manuelle Eingaben und mögliche Fehlerquellen.
Wiederkehrende Prozessschritte lassen sich automatisieren und auch bei steigenden Belegmengen effizient verarbeiten.
Beleg, Buchung und zugehörige Geschäftsvorgänge bleiben miteinander verknüpft und können innerhalb definierter Prozesse verarbeitet werden.
Die grundlegenden Anforderungen an Formate, Fristen und Prozesse gelten branchenübergreifend. Wie der E-Rechnungsprozess konkret in einer bestimmten Lösung abgebildet wird, unterscheidet sich je nach Einsatzbereich.
Falls Sie noch Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung und zeigen Ihnen passende Möglichkeiten für Ihre Prozesse und Systeme auf.
IHR EINSTIEG
FAQ
Unsere ERP-Lösungen unterstützen die in Deutschland verbreiteten Formate XRechnung und ZUGFeRD. Damit können strukturierte elektronische Rechnungen erstellt, versendet, empfangen und in den weiteren Rechnungsprozessen verarbeitet werden.
Die Rechnung wird auf Basis der im ERP vorhandenen Daten erstellt und in ein geeignetes strukturiertes E-Rechnungsformat überführt. Anschließend kann sie für den elektronischen Versand bereitgestellt werden. Die relevanten Rechnungsinformationen bleiben dabei Bestandteil eines durchgängigen ERP-Prozesses.
Strukturierte Rechnungsdaten lassen sich digital übernehmen und für die weitere Bearbeitung im ERP bereitstellen. Informationen müssen dadurch nicht erst manuell aus Rechnungsdokumenten übertragen werden. Das erleichtert die weitere Prüfung, Verarbeitung und Archivierung von Eingangsrechnungen.
Strukturierte Rechnungsdaten schaffen die Voraussetzung, verschiedene Arbeitsschritte stärker zu digitalisieren und zu automatisieren. Potenziale bestehen beispielsweise bei Erfassung, Prüfung, Freigabe, Buchung und Archivierung. So können manuelle Tätigkeiten und Medienbrüche im Rechnungsprozess reduziert werden.
Ja. Die E-Rechnung lässt sich in bestehende Prozesse im Rechnungseingang und Rechnungsausgang einbinden. Unsere ERP-Lösungen unterstützen dabei einen durchgängigen Umgang mit den strukturierten Rechnungsdaten, sodass die E-Rechnung nicht als isolierter zusätzlicher Prozess betrachtet werden muss.
Neben den benötigten Formaten und technischen Voraussetzungen sollten Unternehmen auch Stammdaten, bestehende Abläufe, Verantwortlichkeiten, Schnittstellen und Archivierung überprüfen. Die Umstellung bietet außerdem die Gelegenheit, Medienbrüche und manuelle Arbeitsschritte zu identifizieren und bestehende Rechnungsprozesse effizienter zu gestalten.